Seit über 30 Jahren lebe ich nun schon mit Rückenproblemen. Bereits im Alter von 29 Jahren unterzog ich mich einer Bandscheibenoperation. Vererbung oder falsche Bewegungsabläufe in frühster Jugend? Vielleicht sogar beides? Wie auch immer der wahre Grund aussieht, den Jahreswechsel 2016/2017 werde ich nie vergessen. Durch eine unbedachte Hebebewegung kurz vor Sylvester bekam ich sehr starke Schmerzen und eine erneute Operation an meinem Rücken schien unausweichlich. Was sollte mir sonst helfen, wenn selbst im Liegen, bei kompletter Entlastung, die Schmerzen unerträglich wurden?

Noch viel schlimmer waren allerdings die linksseitigen Lähmungserscheinungen. Die kannte ich noch sehr genau von der Zeit vor der OP in den 90ziger Jahren. Wieder waren Zehen- und Fussbewegungen nicht mehr möglich. Das gesamte Bein war nahezu ein Totalausfall. Die Kernspintomographie zeigte Ursache: Gleich 2 Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule, mit Auswirkungen auf Nerven und Nervenwurzeln! Meine bestens trainierten Muskeln funktionierten deshalb nicht mehr. Ein echtes Horrorszenario für mich als Bewegungsfan. Jetzt war innere Ruhe gefragt und ich sagte mir: Daran wirst du nicht sterben und auch wenn es richtig mies läuft, Angst bringt dich nicht weiter. Aber was tun?

3 Möglichkeiten standen zur Wahl: Abwarten und nichts tun, der Gang zum Therapeuten oder selbst eine Lösung herbeiführen. Ich entschied mich gegen die Einnahme von Opioiden oder Morphinen und gegen eine Operation. Nichts tun und auf Besserung hoffen? Nicht mein Stil. Stattdessen stand ich in einer schlaflosen Nacht im Januar einfach auf und beschloss Erleichterung auf einer Treppe zu suchen. In meinem Umfeld erntete ich Kopfschütteln. Die Idee schien zu verrückt. Treppenlaufen hat mir in den letzten Jahren immer gut getan, also konnte mich nichts davon abhalten. Zum Glück, denn das Erstaunliche trat schon nach kurzer Zeit ein: Der Schmerz wurde durch die fließenden und erschütterungsfreien Steigbewegungen spürbar weniger. Von Laufen konnte anfangs allerdings nicht die Rede sein. Durch das sehr geschwächte linke Bein war ich mehr damit beschäftigt einen Sturz zu vermeiden. Jeder untrainierte und übergewichtige Sportmuffel hätte mich locker abgehängt. Aber das hatte keine Bedeutung für mich. Mir ging es besser und nur das zählte.

Am 18. Februar 2017 traf ich als Organisator der VERTICALMARATHON WM wieder auf fazinierende Sportler. Sie inspirierten mich, dass Training zu intensivieren. Noch im Februar war es mir wieder möglich, fast 2 Stunden am Stück treppauf und treppab zu laufen. Jetzt rief ich bei Ulf Kühne an und sagte meine Teilnahme an seinem Mount Everest Doppel-Treppenmarathon in Radebeul endgültig zu. Dieser Lauf ist wunderschön, extrem hart und übt seit vielen Jahren eine große Anziehungskraft auf mich aus. Am 22. April um 16:00 Uhr war es soweit. Der Startschuss fiel und ich schaffte ca. 60 Kilometer in knapp 13,5 Stunden. Dann beendete ich meinen Lauf – letztendlich dankbar und glücklich. Keine Rückenprobleme, sondern ein nicht ausreichender Trainingszustand ließen weitere Kilometern nicht sinnvoll erscheinen. Diesmal! 2018 werde ich in Hannover und in Radebeul erneut am Start sein und offenen Rechnungen begleichen :-).

Treppenlaufen dient dem Wohlbefinden und macht Riesenspaß – das ist mein ganz persönliches Fazit. Technik, Intensität, Regelmäßigkeit und die passende Ernährung bilden dafür die Basis. Wer sich fragt, wo eine geeignete Treppe zu finden ist – hier ein Tipp:  Der TREPPENFINDER® möchte dabei helfen, eine Treppe in der Nähe zu finden, um wirksamen Sport zu treiben.